Erntedank

Überall auf der Welt wird das Erntedankfest gefeiert. Je nach Land unterscheidet es sich vom Zeitpunkt und der Form. Der Grundgedanke jedoch bleibt derselbe. Wir gehen an dieser Stelle nur auf die Feierlichkeiten in Deutschland ein.

Der Ursprung

Seinen Ursprung findet unser heutiges Erntedankfest in der jüdischen Kultur. Viele Wurzeln unseres heutigen Brauches finden sich in den Texten des Alten Testaments, welches von den Juden erlebt wurde. Bestimmte Textpassagen in Bezug auf die Gabenbereitung sind Teil unserer Eucharistie.

Das Erntedankfest

Das Erntedankfest ist eine kirchliche Feier bei der, wie der Name schon sagt, Gott für einen guten Ernteertrag gedankt wird. Während die Evangelische Kirche Erntedank am ersten Sonntag im Oktober feierte, gab es für die katholische Kirche keinen festen Termin. Grund dafür ist, dass die Kirche eine weltumspannende Größe hat und die Ernte beispielsweise in Brasilien zu einer anderen Zeit eingefahren wird als in Deutschland oder Afrika. Erst die Deutsche Bischofskonferenz legte 1972 den Termin auf den ersten Sonntag im Oktober.

Zu Erntedank wird die Kirche oft mit Früchten des Garten und Feldes geschmückt. Im Zentrum des Erntedankaltares befindet sich häufig eine Erntekrone, die von den Frauen der Gemeinde aus den vier Getreidesorten Roggen, Weizen, Hafer und Gerste geflochten wird. Der Gottesdienst in der heutigen Zeit richtet sich in besonderer Weise an Kinder und Familien. In vielen Gemeinden werden die Gaben des Erntedankaltares an arme Menschen oder beispielsweise Obdachlosenheime verschenkt.

Am Erntedanktag sollte den Menschen bewusst werden, dass sie für die Gabe der Ernte Dankbarkeit aufbringen müssen und dass diese Geschenke nicht selbstverständlich sind. Weiter wird an diesem Tag bewusst, dass der Mensch auch gegenüber der Natur eine Verantwortung hat.

Erntedank in Süchterscheid

Der JGV „Edelweiß“ hat über viele Jahre ein traditionelles Erntedankfest ausgerichtet. Dabei wurde der alte Festplatz am Kindergarten, ähnlich wie in der Kirche, dekorativ passend zum Thema hergerichtet. Geschlossen besuchte man den Gottesdienst in der Kirche „Zum Heiligen Kreuz“ in Süchterscheid, von wo aus im Anschluss das zuvor gewählte Süchterscheider Erntepaar per Kutsche abgeholt und zum Festplatz gefahren wurde. Der JGV „Edelweiß“ begleitete das Erntepaar dabei auf seinem Weg – allen voran der Fähnrich des Vereins. Im Anschluss wurde auf dem Festplatz mit allen Besuchern gefeiert und somit ein Spagat zwischen traditionellem und modernem Dank für die gute Ernte geschlagen.

Im Jahr 2014 veranstaltete der JGV „Edelweiß“ vorerst das letzte Erntedankfest, da in den Jahren zuvor leider immer weniger Besucher ihren Weg auf den Festplatz fanden. Um den wenigen Gästen aber dennoch einen entsprechenden Standard gewährleisten zu können, wurde in den letzten Jahren teilweise finanziell vom Verein draufgezahlt. Auf die Dauer war das nicht mehr möglich. Vielleicht kehrt das Erntedankfest irgendwann noch einmal in spartanischer Form nach Süchterscheid zurück. Wir würden es uns jedenfalls für alle Leute wünschen, die das Fest vermissen.