Fahnenschwenken

Viele Junggesellenvereine haben in ihren Reihen einen Fähnrich, der dafür verantwortlich ist die Fahne des Vereins zu schwenken. Dies findet vorallem bei traditionellen Umzügen durch das Dorf oder auf Dorffesten statt. In der Geschichte der Menschheit lässt sich das Fahnenschwenken bis ins 6. Jahrhundert nach Christus zurückverfolgen.

Römische Fahnen- und Bannerträger pflegten dem päpstlichen Umzug voranzugehen, indem sie ihre Fahnen und Banner zum Zeichen des Jubels und der Freude schwenkten. Schon im Mittelalter wurde das Fahnenschwenken bei religiösen, zivilen und militärischen Feierlichkeiten überall angewandt. Heute erlebt das Fahnenschwenken wiederum eine neue Blüte in verschiedenen europäischen Ländern, indem man versucht, durch Verbindung von Antikem und Modernem, neue, ausdrucksvolle Fahnenspiele zu schaffen.

Der Fähnrich, als Träger der Fahne, genießt hohes Ansehen innerhalb seiner Gruppe. War er doch, obwohl nicht oberster Kommandeur, der eigentliche Anführer seiner Truppe, da er stets voraus ging. Der Fähnrich ist somit Mittelpunkt und Zusammenhalt für seine Kameraden, da er Führer und Bewahrer des Zeichens ist, in dem allein sich ihre Einheit konstituiert.

Die Junggesellenvereine haben dieses Brauchtum aus dem Mittelalter in die heutige Zeit hinüber gerettet. Heute wird die Kunst des Fahnenschwenkens auf Dorffesten oder bei Umzügen praktiziert. Ein großer Teil, wenn nicht sogar der größte Teil seines Fähnrichlebens verbringt der Fähnrich mit dem Üben die Fahne zu schwenken. Dabei spielen auch der sportliche Ehrgeiz und die persönliche Anerkennung eine wichtige Rolle. Immer wieder lassen sich Junggesellenvereine und deren Fähnriche neue Schwenkarten einfallen, um sich auf Pfingst- und Maifesten mit den Fähnrichen aus anderen Dörfern zu messen.