Geschichte

Das Gründungsjahr

Der Junggesellenverein „Edelweiß“ Süchterscheid wurde am 23. Februar 1919 nach dem Ende des ersten Weltkrieges gegründet. 16 junge Männer wollten hiermit die Schrecken des Krieges vergessen machen und dem Leben auch wieder die fröhlichen Seiten abgewinnen. Nach der Gründung, die noch in einer Privatwohnung stattfand, begann das Vereinsleben sehr schnell in vollem Zuge. Unter dem Vorstand von Willy Broich konnten schon bald erste Erfolge erzielt werden.

Auf zwei öffentlichen Tanzveranstaltungen, sehr bald nach der Gründung, wurde neben der Freude in der Bevölkerung, die der JGV mit den Festen wieder hervorrufen konnte, soviel Geld eingenommen, dass die Anschaffung von Fahne, Fähnrichuniform und Schärpen gesichert war. Am 29. Mai 1919 wurde die Neuanschaffung dann zum ersten Mal in Kurscheid präsentiert. Das erste eigene Stiftungsfest veranstaltete der JGV dann am 6. Juli des Gründungsjahres. Gleichzeitig wurde hier auch die Fahnenweihe durchgeführt – ein großer Erfolg und wohl der glanzvollste Tag der bisherigen Vereinsgeschichte. Das Fest wurde in so einem großem Rahmen abgehalten, dass zwei Säle in Süchterscheid und Mittelscheid von den Feierlichkeiten eingenommen wurden. Festzüge mit Pauken und Trompeten waren organisiert, Strassen und Häuser festlich geschmückt. Die Gründung des Vereins wurde groß gefeiert. 410 Mark an Musikerlöhnen kostete den Verein das Spektakel – nach dem Krieg eine Menge Geld. Und trotzdem steuerte der Verein in diesem Jahr noch zusätzlich weitere 150 Mark dem Kriegsgefangenenfest in Uckerath bei.

Die ersten 20 Jahre

Im zweiten Jahr der Vereinsgeschichte sind in der Vereinschronik bereits Aufzeichnungen über die erste Krise unseres Vereins zu finden. Aus nicht weiter dokumentierten Gründen wurden 15 Mitglieder ausgeschlossen. Doch auch etwas positives ist aus dieser Zeit zu berichten, denn der Verein verzeichnete bereits 1920 seine ersten Erfolge durch Fähnrich Willy Vendel. Zur selben Zeit wurde zudem begonnen das Kegeln als weiteren Ausgleich anzubieten. Ein Zusatz des Vereins, der mit großer Freude begrüßt wurde. Darüber hinaus gründete der JGV „Edelweiß“ auch seine erste Theatergruppe. Die ersten Aufführungen in Süchterscheid und Uckerath brachten dem Verein den sagenhaften Reingewinn von 24.300 Mark. Es begann jedoch die Zeit der Inflation. Der Höhepunkt war wohl der Kirmesball 1923 – 288 Millionen Mark Reinverdienst wurden erzielt, doch der Gegenwert war noch nicht mal eine Fähnrichsmütze wert.

Im Protokoll der Junggesellen findet sich im Jahr 1925 der Satz „Herr Halm stellte zum Fastnachtsball eine saumäßige Musik“. Für die heutige Generation ein nicht mehr nachvollziehbarer und wertloser Eintrag, doch macht es zugleich auch stolz dass man auf ein Protokoll zurückblicken und somit ein wenig den Zeitgeist der Anfänge einfangen konnte. Im Jahre 1923 wurde beispielsweise einem jungen Mann aus Fernegierscheid die Aufnahme verweigert. Man nannte ihn ein „unmoralisches Mitglied“, doch schon zwei Jahre später wurde eben dieser Mann glorreich aufgenommen. Wohl als Zeichen der Zeit zu werten ist „der Führer“, wie sich der erste Vorsitzende im Jahre 1934 noch zu nennen pflegte. Der Frohsinn und die Freude waren im Verein stets geboten. So waren 1937 alle Mitglieder zum „Pflicht-Schürres-Karren-Rennen“ an den Kirmestagen verpflichtet.

Der 2. Weltkrieg und die Nachkriegszeit

Im Jahre 1939 brach die düstere Zeit des Krieges über Deutschland herein. Verständlicherweise sind in der Vereinschronik keine neuen Eintragungen zu finden. Man hatte andere Sorgen als den JGV „Edelweiß“. Zahlreiche Junggesellen mussten in dieser Zeit ihre jungen Leben im Krieg lassen. Doch direkt nach Kriegsende, im Jahre 1946, erwachte der Juggesellenverein wieder auf. Man wollte das bittere Leben wenigstens etwas versüßen und die Leute auf andere Gedanken bringen.

So wurde auch gleich in diesem Jahr die 25-Jahrfeier nachgeholt. 1947 wurde dann auch das Theater wiederbelebt, ehe 1948 erneute Schwierigkeiten aufkamen. Es gab Probleme mit dem Vereinslokal und dem aktiven Treiben des Vereins. Dies hatte zur Folge, dass 8 Jahre lang keinerlei Eintragungen in der Vereinschronik verzeichnet wurden. Die traditionellen Feste wurden trotzdem in diesen Jahren durchgeführt. Darüber hinaus wurde auch noch erstmalig das Erntedankfest ins Leben gerufen, welches bei der Bevölkerung einen unglaublich guten Anklang fand. Die folgenden Jahre standen dann im Zeichen der großen Fähnricherfolge von Heinz Stöcker.

Die Zeit von 1960 bis zum Einschlafen des Vereins 1990


Neben den Fähnricherfolgen konnte unser Verein auch gemeinnützige Aktionen durchführen. So wurde zum Beispiel die Mittelscheider Kapelle zu ihrem hundertsten Geburtstag vom Junggesellenverein restauriert. Im Jahre 1969 wurde dann das 50-jährige Stiftungsfest unseres Junggesellenvereins „Edelweiß“ gefeiert. Dieses Fest war ein großer Erfolg und dennoch nahm die Mitgliederzahl des Vereins in den folgenden Jahren stetig ab. In den achtziger Jahren ist aber ein neuer Aufschwung in das etwas eingeschlafene Vereinsleben zurückgekehrt.

Zur Zeit des 65-jährigen Jubiläums 1984 zählt der Verein eine seiner höchsten Mitgliederzahlen, die er je erreichen konnte – 25 aktive Mitglieder waren in diesen Jahren zu verzeichnen. An den Tätigkeiten des Vereins hatte sich in diesen Jahren nichts geändert. 1990 begann allerdings eine erneute Krise, der Nachwuchs blieb aus und so schlief das Vereinsleben abermals komplett ein. Erst 1996 konnten der JGV das Vereinsleben wieder aufnehmen und bis heute weiterführen.

Die Wiederbelebung des Süchterscheider Junggesellenverein „Edelweiß“


Der JGV versuchte 1996 das eingeschlafene Vereinsleben des Junggesellenverein wieder aufleben zu lassen. Das Ziel war das traditionelle Vereinsleben im Zeichen von Freude und Frohsinn unter dem Vorsitz von Andreas Wallstabe fortzuführen. Neben den alltäglichen Aufgaben der Junggesellen, wie der Sorge um den Bolzplatz oder Grillplatz in Süchterscheid, stand mit dem Pfingstfest 1997 die erste „große“ Aufgabe an. Die Organisation und Durchführung der traditionellen Veranstaltung standen an und wurden trotz der einfachen Mittel die zur Verfügung standen zur Zufriedenheit der Besucher durchgeführt. Das Pfingstfest umfasste wie eh und je das Frühschoppen, Eiersingen, Aufstellen und Bewachen des Pfingstbaumes (in diesem Jahr war dieser 26 Meter hoch) und natürlich den Festabend. 1997 spielte die Schlagerband „Herzschlag“ und die Verlosung, mit dem Pfingstbaum als Hauptgewinn, fand in diesem Jahr auch wieder statt. Doch das Pfingstfest war nur ein kleiner Teil des Vereinslebens. So unterstützte der JGV „Edelweiß“ gemeinsam mit dem AcE Süchterscheid die Dorfgemeinschaft und hält auch heute immer noch sehr freundschaftliche Beziehungen zu vielen Nachbarvereinen die gepflegt werden wollen.

Die Gründung der JGV Ladies

Es war nicht unüblich, dass bei der Organisation und Umsetzung des Pfingstfestes auch einige weibliche Personen aus dem Dorf mithalfen. Im Jahre 2004 sollte daraus jedoch mit den JGV Ladies eine Art Sidekick des JGV „Edelweiß“ Süchterscheid entstehen. Unter den Gründungsmitgliedern befanden sich mit Nelly Stellwach und Birgit Hauser neben weiteren Personen auch Lisa Wallstabe, die 1. Vorsitzende im Jahr 2016. Auf dem ersten gemeinsamen Pfingstfest erreichten die JGV Ladies einen beachtlichen 2. Platz in der Biermeterwertung. Das es sich bei der Gründung nicht um eine Schnapsidee handelte, wurde dann am 04.06.2004 mit der Durchführung der 1. Vereinssitzung in der damaligen Stammkneipe „Alita“ unter Beweis gestellt. Die JGV Ladies waren geboren und unterstützten von nun an den Junggesellenverein „Edelweiß“ Süchterscheid mit Rat und Tat.

In den weiteren Jahren der Vereinsgeschichte nahmen die JGV Ladies einen positiven Einfluss auf den Verein und führten immer wieder neue Highlights auf den Festen ein. So wurde ab sofort auch eine Cocktail- oder Sektbar gestellt und tagsüber kümmerten sich hauptsächlich die Ladies um die Betreuung der jüngeren Dorfbewohner – so beispielsweise mit Kinderschminken oder einer Negerkusswurfmaschine. Nach nun mehr als 10 Jahren JGV Ladies kann man sagen, dass der Verein inzwischen mehr als nur ein Sidekick geworden ist.

Die Fähnriche des Junggesellenvereins „Edelweiß“ Süchterscheid


Im Junggesellenverein „Edelweiß“ spielten die Fähnriche stets eine sehr große Rolle. So war die erste Anschaffung unseres Vereins eine Fähnrichsausstattung – Fahne, Fähnrichsuniform, Schärpen – für den damaligen ersten Fähnrich Theo Jakobs, der am 29. Mai 1919 seinen ersten öffentlichen Auftritt im Rahmen eines Festes des Nachbarvereins in Kurscheid hatte.

Am 6. Juli des Gründungsjahres fand dann die erste Fahnenweihe unseres fast 100-jährigen Vereins beim Stiftungsfest statt. Im Jahre 1921 konnten dann durch unseren Fähnrich Willy Vendel viele Erfolge erreicht werden. Nach einer Zwangspause des Vereins zur Zeit des zweiten Weltkrieges gewann man 1946 die Westerwaldmeisterschaft durch Fähnrich Karl Broscheid. Dieses Ereignis brachte den Verein nach dem Krieg schnell wieder in das Gedächtnis der Leute zurück. Nach längerer Zeit ohne Fähnrich konnten dann durch unseren wohl erfolgreichsten Fähnrich aller Zeiten – Heinz Stöcker – von 1956 an alle Trophäen, die es hier zu erringen gab, nach Süchterscheid geholt werden. Der Spitzenfähnrich war der Schrecken seiner Kollegen, Niemand konnte ihm das Wasser reichen.

In den sechziger Jahren verhalfen Karl Broscheid Jr. und Wolfgang Jakobs dem Verein zu neuen Ehren, doch Heinz Stöcker konnte auch von ihnen nicht eingeholt werden. Nach einer erneuten Pause, was die Fähnrich-Ära des Vereins angeht, konnten dann die beiden Fähnriche der sechziger Jahre in den Achtzigern durch Thomas Stöcker und Thorsten Ewert abgelößt werden. Nach der Neugründung 1996 musste die Fahne dann wieder ein Weilchen ruhen, bis sich der mutige Erk Jakobs bereiterklärte das Amt des Fähnrichs zu übernehmen und in die großen Fußstapfen seiner Vorgänger zu treten. Mit dem Austritt von Erk übernahm Marco Broscheid das Amt. Bei den JGV Ladies schwenkt Lisa Wallstabe.

Die Theatergeschichte

Die Laienbühne unseres Vereins wurde 1921 erstmals gegründet. Unter Leitung der Lehrer Schäfer und dem damaligen Vorsitzenden Willy Welteroth wurde der erste Theaterabend inszeniert. Die Theaterstücke wurden in Süchterscheid und Uckerath aufgeführt und brachten dem Verein den sagenhaften Reinverdienst von 24.300 Mark neben großem Anklang in der hiesigen Bevölkerung ein. Im Jahre 1924 wurde dann sogar ein Gastspiel in Eitorf organisiert und durchgeführt – auch hier mit großem Erfolg. Durch die folgenden Kriegsjahre konnte die Theatergruppe nicht weitergeführt werden. Erst 1947 traten die Junggesellen wieder mit sehr großem Erfolg auf die Bühne. Dies war bislang die letzte Theatergruppe.

Die Fußballgeschichte

Seit der Wiederbelebung des Junggesellenvereins „Edelweiß“ Süchterscheid im Jahre 1996 stellt der Verein eine Thekenmannschaft. Die ersten Spiele bestritt der JGV 1997 noch in alten Trikots gegen den JGV Lichtenberg. Das erste Turnier fand dann in Limbach-Löhe statt. Obwohl es eine unglaubliche Schlammschlacht war, konnten wir einen respektablen 3. Platz belegen. Diesem Erfolg sollte eine Reihe weiterer Freundschaftsspiele gegen Blankenberg, Buchholz und Hüchel folgen. Auf einem vom ACE Süchterscheid organisierten Sommerturnier, wo unsere Mannschaft kurzfristig als Ersatz einspringen musste, belegte man den vorletzten Platz und erzielte ein ganzes Tor – dennoch hatte man dabei viel Spaß. Auch der JGV „Edelweiß“ organisierte in diesem Sommer ein Turnier und lud acht befreundete Mannschaften ein. Trotz Organisation, die wir nebenbei noch bewältigen mussten, konnten wir mit viel Pech den vierten Platz belegen.

Im Jahre 1998 folgte dann die Teilnahme an unserem ersten großen Turnier in Allner, wo wir mit unserer Thekenmannschaft den 5. Platz belegten. Bei der Teilnahme am Sommerturnier des ACE 1998, wo wir unter anderem unsere neuen Trikots einweihten, gelang uns diesmal sogar ein Überraschungserfolg. Wir konnten den 3. Platz erreichen. Mit 2:0 besiegte man sogar den Vorjahressieger des Turniers – die Seniorenmannschaft von Limbach-Löhe. Auf einem weiteren Turnier in Lichtenberg konnten wir dann sogar den ersten Platz belegen.

Die Karnevalsgeschichte

Nach der Wiederbelebung des Junggesellenvereins 1996 entschlossen wir uns 1997 zum ersten Mal beim Karnevalszug in Uckerath mitzugehen. Zu Beginn organisierten wir lediglich einen Bollerwagen, was wir in den folgenden Jahren wesentlich erweitern konnten. Doch trotzdem hatten wir, in Sachen „Wiederbelebung“, in unserer Ärztekluft sehr großen Spaß. 1998 wurde dann sogar ein Traktor samt großem Wagen organisiert. Unter dem Motto „Bayrische Jungs in Kölle“ schmissen wir, wie das Motto schon sagt, im Bayerndress unsere Kamelle in die Menge. 1999 wurde der Wagen dann nach langer Vorbereitungszeit im Simpsons-Look aufgemotzt – wiederum mit großem Anklang. 2000 wurde aus Moe’s Taverne eine Basthütte, denn das Thema in diesem Jahr hieß „Ballermann“. 2001 hieß das Thema dann „Es gab eine Zeit, in der unsere Eltern noch Sex hatten“, also die wilden 70’s. Mit Schlaghose und Afrolook brachte man Kamelle unters Volk. Es folgten noch so einige Karnevalswagen, aber besonders auf unseren „Riesen-Joint“ war man stolz, der mit einer Nebelmaschine gekoppelt auf dem Dach des Wagens thronte.