Mai

Der Mai ist mit seinem Maibrauchtum ein sehr traditionsreicher Monat. Wenngleich der Brauch sich auch von Dorf zu Dorf unterscheiden mag, so gibt es dennoch einige fest verankerte Wurzeln, die sich bei jedem Maifest wiederfinden.

Der Ursprung

Seit Jahrhunderten werden in Deutschland und ganz Europa Maibräuche gepflegt. Bereits die Römer feierten ihr Maifest zu Ehren der Göttin Flora und frisch geschnittene Zweige standen als Zeichen des neu erwachten Lebens und der Fruchtbarkeit. Die Walpurgisnacht, die Nacht zum 1. Mai, war die Zeit, in der mit viel Tamtam böse Geister und Hexen aus den Häusern und Dörfern vertrieben wurden. Anschließend hatte man reichlich Grund zum Feiern und tat dies unter einem bunt geschmückten Baum.

Später wurden durch Junggesellenvereine oder Maiclubs die heiratsfähigen Mädchen im Dorf, sogenannte Maibräute, an den Meistbietenden versteigert und mussten dann mit diesem in den Monat gehen. Auch wenn dies nur symbolischen Charakter hat, erhoffte man sich dadurch die Hochzeiten innerhalb der Dorfjugend zu fördern, um Land und Vermögen im Dorf zu halten.

Das Maifest

Das Maifest wird von Junggesellenvereinen oder Maiclubs organisiert und wird zu Ehren des Maipaars gefeiert. Ein Maifest folgt üblicherweise einem traditionellen Ablauf und Ritualen, wobei es in einigen Gemeinden ein ganzes Wochenende dauert. Gebräuchliche Elemente sind das traditionelle Fahnenschwenken, ein Ball in einem Saal oder Zelt, sowie ein prunkvoller Festzug durch das Dorf. Es wird viel getrunken und gelacht. Oft wird in der Mainacht ein großer, aufwändig geschmückter Maibaum zentral im Dorf aufgestellt. Die Maibäume sind beliebte Trophäen für die Nachbardörfer, indem sie abgesägt oder gestohlen werden.

Wichtige Personen des Mai

  • Maipaar

    Der Maikönig ist das wichtigste Amt das es beim Maibrauchtum zu bekleiden gibt. Viele Maiclubs ermitteln in Form einer Versteigerung den Maikönig, welcher seine Auserwählte zur Maikönigin ernennt und mit ihr das Maipaar bildet. Das Maipaar representiert den Maiclub auf allen Veranstaltungen. Die Bestimmung, wie ein Maikönig ermittelt wird, ist von Dorf zu Dorf unterschiedlich. So wird der Maikönigstitel entweder separat versteigert oder an denjenigen verliehen, der die teuerste Maibraut ersteigert hat. In der Regel ist jemand so lange Maikönig, bis im nächsten Jahr ein neuer König bestimmt wird.

  • Maigraf

    Bei vielen Versteigerungen werden auch noch weitere Positionen ermittelt, wie z. B. den 1. und 2. Maigraf samt Gräfin. Hierbei handelt es sich um diejenigen, welche die zweit- und drittteuerste Frau ersteigert haben.

  • Maipolizei

    In manchen Dörfern gibt es eine Maipolizei – auch Mairemmel oder Dörpremmel genannt. Sie überwacht die Einhaltung der jeweiligen Maitradition (beispielsweise dass Maijungen nur den Frauen einen Maischmuck anhängen, die sie auch ersteigert haben) und darf vielfach sogar Strafen für ein Vergehen kassieren. Die Maipolizei kann aus mehreren Personen bestehen und weitere spezielle Aufgaben innerhalb der Maitradition übernehmen, zum Beispiel das Tragen eines Maibaums beim Festzug.

  • Rötzchensvater

    In einigen Gegenden gibt es noch den Rötzchensvater, zu dem derjenige ernannt wird, der die meisten Frauen ersteigert hat. In der Regel ersteigerte das Rötzchen die preiswertesten Frauen, die nicht so begehrt sind, daher auch der Name Rötzchen. Der Rötzchensvater ist an seinem Zylinder und einem großen Hammer zu erkennen, mit dem er so manchen Besucher auf dem Maifest eine Kölschstange zu Munde führt. Er ist in der Regel das Asozialste, was auf einem Maifest zu finden ist – doch in seiner Position ist das zu entschuldigen.

Mai in Süchterscheid

Der JGV „Edelweiß“ richtet kein eigenes Maifest aus, feiert aber ausgiebig den Monat und besucht die zahlreichen Maifeste der befreundeten Junggesellenvereine aus der Umgebung. Im Vordergrund stehen hier das Aufrechterhalten der Tradition, das Pflegen der Kontakte und natürlich der gemeinsame Spaß. In der Mainacht stecken die Jungs vom JGV ihren Herzensdamen traditionell einen Maibaum, um ihnen ihre Zuneigung auszudrücken und zeitgleich der Konkurrenz zu signalisieren „Finger weg, die Frau ist vergeben“. Dies wird meistens gemeinsam als Verein praktiziert und so fährt man mit einem Traktor und Anhänger die verschiedenen Dörfer ab, um die Bäume zu stecken.