Pfingsten

Ähnlich wie der Mai hat die Zeit um Pfingsten einen sehr großen Stellenwert bei vielen Junggesellenvereinen. Warum das so ist und was an Pfingsten alles veranstaltet wird, klären wir für Dich auf.

Der Ursprung

Nach Weihnachten und Ostern ist Pfingsten der höchste christliche Feiertag im Jahr. Pfingsten wird immer 50 Tage nach Ostermontag gefeiert, weil Jesu Christi’s Jünger laut der Bibel 50 Tage nach dessen Wiederauferstehung den Heiligen Geist empfangen haben. Daher hat Pfingsten auch den Beinamen „Fest des Heiligen Geist“. Im übertragenen Sinn ist mit dem Empfang des Heiligen Geistes der Beginn der christlichen Missionierung auf der ganzen Welt verbunden. Die christliche Gemeinde feiert Pfingsten als Geburtstag der Kirche, was die Bedeutung des Pfingstfestes noch einmal unterstreicht. Deutschlandweit ist der Pfingstmontag gesetzlicher Feiertag.

Das Pfingstfest

An Pfingsten wird je nach Stadt, Gemeinde oder Dorf unterschiedlich gefeiert. Es finden Prozessionen statt, Pfingstfeuer oder Pfingstbäume werden aufgestellt. Die örtlichen Junggesellenvereine organisieren meist das komplette Wochenende, einschließlich dem Pfingstmontag, ein großes Pfingstfest für ihr Dorf. Das Pfingstfest ähnelt stark dem des Maifestes, da auch hier der große Pfingstbaum Tag und Nacht bewacht werden sollte, da andere Junggesellenvereine durchaus versuchen könnten den Baum zu sägen.

Freitags oder samstags am Pfingstwochenende ziehen die Junggesellen beim traditionellen Eiersingen von Haus zu Haus, wo sie bekannte oder auch selbst getextete Strophen für die Anwohner vorsingen. Diese wiederum bedanken sich mit einer Spende an den JGV. Dies geschieht in erster Linie in Form von Eiern, ist aber auch häufig eine Geldspende. Viele Dorfbewohner lassen es sich auch nicht nehmen die stark beanspruchten Kehlen der Junggesellen mit etwas Bier oder Schnaps zu befeuchten, auf das die Stimmen noch lange an diesem Tage geschmeidig bleiben. Die logische Konsequenz daraus ist, dass die Lieder gegen Ende des Eiersingen lauter, aber auch undeutlicher werden. Die gespendeten Eier der Dorfbewohner werden am Pfingstsonntag dann zu Eierkuchen oder Rührei verarbeitet und kostenlos auf dem Pfingstfest den Besuchern angeboten.

Am Pfingstmontag findet in einigen Regionen der traditionelle Siebenkampf statt. Hier treffen sich alle Junggesellenvereine aus den umliegenden Dörfern beim Sieger des Vorjahres auf einer großen Wiese. Der Vorjahressieger ist Ausrichter des Siebenkampfes und hat sich für seine Gäste, wie es der Name schon sagt, sieben Spiele ausgedacht. In diesen sieben Spielen treten nun die angereisten Junggesellenvereine in 3er Teams gegeneinander an. Häufig wird in die Spiele auch der Konsum von Alkohol integriert, aber auch Geschick, Kraft und die richtige Technik sind gefragt. Der Junggesellenverein der am besten abschneidet darf im nächsten Jahr den Siebenkampf ausrichten. Eine große Last und viel Arbeit, die aber letztendlich auch neben zusätzlichen Einnahmen durch die vielen Gäste auch Ruhm und Ehre für den Junggesellenverein und das gesamte Dorf mit sich bringt.

Pfingsten in Süchterscheid

Für den JGV „Edelweiß“ ist Pfingsten das höchste Fest im Jahr. Regelmäßig wird das Pfingstfest von Samstag bis Montag in Süchterscheid ausgerichtet und jährlich reist man mit ein bis zwei Anhängern und nicht wenigen Dorfbewohnern gemeinsam zum Siebenkampf. Zuletzt gewann „Edelweiß“ den Siebenkampf im Jahr 2011. Selbstverständlich geht man auch in Mittelscheid und Süchterscheid Eiersingen, auch wenn man zuletzt aufgrund der geringen Mitgliederzahl die beiden Dörfer auf zwei verschiedene Tage gelegt hatte und in Mittelscheid häufig schon eine Woche vor Pfingsten singen kam. Die Verheirateten (ehemalige Mitglieder) gehen traditionell am Pfingstsonntag in Fernegierscheid Eiersingen.

Da das Pfingstfest in Süchterscheid immer recht ordentlich besucht war, man aber leider rückgehende Mitgliederzahlen dem gegenüber stehen hat, entschied man sich 2015 dazu das Pfingstfest vom Dorfplatz am Kindergarten an den Grillplatz am Ortseingang Richtung Uckerath zu verlegen. Einige traditionelle Dinge wie beispielsweise am Pfingstsonntag die Kaffee- und Kuchentheke mussten weichen und alles wurde etwas spartanischer – doch dafür konnte das Pfingstfest weiterhin von den Junggesellen gestemmt werden. Und zwar so, dass man mit den Gästen auch mal ins Gespräch kommen konnte und nicht am Tag 14 Stunden hektisch von Dienst zu Dienst eilen musste. Von den Besuchern gab es hauptsächlich positives Feedback. In erster Linie, weil man auf der Wiese auch gleich den gewissen Pfingstflair im Gegensatz zum geteerten Boden bieten konnte.

Wir sind davon überzeugt in dieser Hinsicht den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Pfingsten soll auch weiterhin ein Fest für Süchterscheid und seine Bewohner sein, aber es soll auch das Dorf und den JGV weiter zusammenführen und dafür müssen die Mitglieder vom JGV „Edelweiß“ auch mal Mensch sein dürfen, anstatt das komplette Wochenende über als Arbeitskraft abgestellt zu sein.