Pfingstfest 2019

am 17.06.2019 von in Veranstaltungen

Große Tradition und bittere Tränen. Pfingsten 2019 ist Geschichte und damit nicht nur das Pfingstfest zu unserem 100-jährigen Vereinsbestehen, sondern auch das aktive Vereinsleben im Junggesellenverein „Edelweiß“ Süchterscheid. Auch der grandiose Zuspruch und die Emotionen über die Pfingsttage können am Ende nicht über die Vernunft und unsere getroffene, harte Entscheidung siegen. Das war vorerst unser letztes Pfingstfest.

Wie auch schon in den letzten Jahren ging es zunächst in der Woche vor Pfingsten zum Eiersingen nach Mittelscheid. Dort ist es schon zur fragwürdigen Tradition geworden, dass unsere Männer nach und nach eintreffen. Zur Höchstzeit hatten wir in diesem Jahr 8 Junggesellen auf der Straße. Leider gab es in diesem Jahr krankheitsbedingt und durch terminliche Probleme ein paar Ausfälle zu beklagen. Zum Eiersingen in Süchterscheid, am Pfingstfreitag, konnte dies aber wunderbar kompensiert werden. Zum 100-jährigen Jubiläum durften auch nochmal die alten Mitglieder des JGV „Edelweiß“ mitsingen gehen. Am Ende kam die Truppe auf mehr als 25 Personen. So mancher Anwohner zeigte sich anfangs sichtlich erschrocken. Sowas hatte Süchterscheid lange nicht mehr zu Gesicht bekommen. Auch im Jubiläumsjahr waren die Einwohner von Süchterscheid, Mittelscheid, Niederscheid, aber auch Fernegierscheid und Ravenstein (wo traditionell sonntags die Verheirateten singen gingen) nicht kniestig. Im Gegenteil – viele ließen eine größere Geldspende in die Vereinskasse fließen. Dafür ein recht herzliches Dankeschön!

Am Pfingstsamstag hatten wir dann traditionell Besuch der Vereine aus dem Rhein-Sieg Kreis bei uns, die uns ein letztes Mal die Ehre erweisen wollten. Allen voran der Maiclub Mülldorf und der JGV & Maiclub Menden. Danke, dass ihr uns über die vielen Jahre die Treue gehalten habt. Auch unsere Nachbarn aus Blankenberg ließen sich kurz blicken. Unser Bürgermeister Klaus Pipke war dann ebenfalls noch zu Besuch und überreichte uns nach einer kurzen Gratulationsrede sogar ein Geschenk der Stadt Hennef. Am Abend stand dann der Gig unserer Live-Band Sacklüüs an. Schon lange hatten wir keine Live-Musik mehr bei uns auf dem Pfingstfest angeboten, aber die Reaktionen darauf waren riesig. Die Sacklüüs (die uns später in Bierlaune verrieten, dass sie beinahe den Bandnamen Küttelköpp bevorzugt hätten) heizten von Beginn an im Festzelt ein und machten mächtig Spaß. Wer bei uns nicht in den Genuß kam oder die Jungs gerne nochmal sehen würde, dem können wir nur empfehlen der Band über Facebook zu folgen. Sicherlich ergibt sich nochmal ein öffentlicher Auftritt in unserer Region. Nach der Live-Musik legte dann in alter JGV „Edelweiß“-Manier noch einmal unser ehemaliges Vereinsmitglied DJ Held auf und ein Jeder bekam zu spüren, was dann den Pfingstfesten in den letzten Jahren vermeintlich doch noch gefehlt hat. Die Feierlichkeiten gingen bis in die frühen Morgenstunden. Am Ende kam dabei Sonderlob für den DJ rum: „Eigentlich wollten wir auch mal nach Bierth an den Baum gehen. Aber meine Frau sagt – der DJ hier ist so klasse, wir bleiben hier.“

Der Pfingstsonntag ist normalerweise geprägt von Frühshoppen einzelner Vereine, Kaffee und Kuchen, dem Eiersingen der Verheirateten und anschließendem Eierkuchenverzehr. In der Regel geht es bis zum Abend etwas gediegener zur Sache. So aber nicht zum 100-jährigen. Viele Vereine aus der direkten Umgebung ließen sich zum Frühshoppen, und darüber hinaus, blicken. Die weiteste Anreise hatte dabei wohl der JGV „Eintracht“ Kriegsdorf, die wieder mit dem JGV „Alte Burg“ Blankenberg unterwegs waren. Ansonsten kamen die Gruppen aus Lückert, Hollenbusch und Heisterschoss. Aber auch Gruppen wie die legendäre Fußballmannschaft der originalen „Irschten Reserve“ des SC Uckerath von 2007 oder die Pfingstbaumtouris um Karl-Heinz Urbat waren selbstredend wieder mit von der Partie. Schön, dass ihr da wart. Am Abend konnte Claudia Broscheid dann doch noch ihren lange ersehnten Pfingstbaum im Tippspiel „Erbsenzählerei“ gewinnen. Mit 14 abgegebenen Tipps hatte sie dafür auch ordentlich investiert. Später folgte dann das angekündigte Feuerwerk. Leider mussten wir in Absprache mit der Stadt Hennef auf die Brutzeit der Süchterscheider Hupfdohle Rücksicht nehmen. So wurde den Pfingstfestbesuchern lediglich ein Bodenfeuerwerk präsentiert. Unser allseitsbeliebter Andreas Glasmacher von Weco zauberte dann aber mit der Unterstützung von Cuno Reiffenberg den absoluten Wahnsinn auf die Kuhwiese hinter dem Kindergartenspielplatz. Auf- und Abbau erforderte enorm viel Zeit und dafür möchten wir uns auch bei euch beiden noch einmal herzlich bedanken. Das Ergebnis eurer Arbeit wird wohl für immer im Gedächtnis der Jungs und Mädels des JGV „Edelweiß“, aber auch der Dorfbewohner bleiben. Zu Trude Herr’s „Niemals geht man so ganz“ kullerten selbst bei den stärksten Jungs die Tränen mit Beginn des ersten Funkenschlags. Das Bild einer leuchtenden 100, gekrönt mit einer Edelweißblume fand dann den passenden Abschluss von 5 Minuten Gänsehaut, Heulerei, aber auch Stolz. Für viele im Verein war genau das der offizielle Moment, in dem wir das aktive Vereinsleben auf Eis legen würden. Danach wurde natürlich noch in üblicher Süchterscheider-Manier gefeiert, aber innerlich waren nicht wenige von uns emotional tot. Den Meterpokal gewann die „Landjugend“ in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit den „Ghostbastards“. An der Stelle auch nochmal ein Dankeschön an alle Vereine und Zusammenschlüsse, die in den vergangenen Jahren am Meterpokal teilgenommen haben. Insbesondere „Die Guten“ sind an dieser Stelle noch zu erwähnen und hervorzuheben, aber auch der JGV „Alte Burg“ Blankenberg oder die bereits erwähnten „Ghostbastards“ alias „Ein Hauch von Sensation“ alias etc pp.

Pfingstmontag ist Kampftag. In diesem Jahr in Form des Siebenkampfes in Hollenbusch unter dem Motto „Die nächste Runde geht rückwärts“. Zwar waren unsere Ambitionen den Siebenkampf zu gewinnen aus nachvollziehbaren Gründen gering, aber eine letzte Teilnahme und den damit verbundenen Spaß wollten wir uns nicht nehmen lassen. So kamen auch Paddy und Sascha zum ersten Mal in den Genuss für Süchterscheid teilzunehmen. Kevin komplettierte das Edelweiß-Team. Premiere war in diesem Jahr, dass wir zusammen mit unseren Freunden vom Maiclub Ottersbach anreisten. Bereits am Morgen des Pfingstsamstags besuchte eine kleine Delegation von uns die Jungs und Mädels aus Ottersbach bei deren jährlichem Eiersingen. Im Gegenzug besuchte uns dann Ottersbach am Sonntagabend auf dem Fest. Die Idee gemeinsam zum Siebenkampf zu fahren hatten beide Vereine aber schon im letzten Jahr, als man sich zu mehreren Gelegenheiten außerhalb der Saison gegenseitig besuchte (Eitorf Kirmes, Uckerath Feuerwehrfest). Eigentlich schade, dass diese gerade erst aufgekeimte Freundschaft nun durch das auf Eis legen eines Vereins wieder zum Erliegen kommen könnte. Natürlich werden wir aber versuchen den Kontakt dennoch aufrecht zu erhalten. Unser gestecktes Ziel beim Siebenkampf war zum Abschluss noch einmal der Fanpokal. Zugegeben, wir verkalkulierten uns ein wenig mit den verteilten Tröten und Pfeifen, die nach kurzer Zeit eher nervig wurden und sogar die eigenen Gesänge etwas kraftlos erscheinen ließen. Dafür gab es zu unserer letzten Siebenkampf-Teilnahme nochmal eine kleine optische Unterstützung in Form von blauen und weißen Rauchfackeln. Unser Team wurde am Ende Achter und den Fanpokal sollten wir auch nicht bekommen – dafür gab es aber als nette Geste zu unserem Ausscheiden vom Pfingstclub Hollenbusch 10 Liter Freibier, die wir genüsslich mit unseren Freunden aus Süchterscheid und Ottersbach noch gleich auf dem Siebenkampffeld leerten. Zurück in Süchterscheid verköstigten wir noch alle Besucher mit Gegrilltem und Gratis-Kölsch ehe dann auch die Letzten gegen 0 Uhr den Platz verließen. Das war’s. Adios amigos. Maat et jot.

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